Cathie Wood

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Cathie Wood

Cathie Wood (eigentlich Catherine Duddy Wood, geboren 1955) ist eine US-amerikanische Investorin. Sie ist Mitgründerin, CEO und CIO der Investmentmanagement-Gesellschaft ARK Invest. Sie ist zudem eine starke Befürworterin von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Mit Stand von 2024 hatte sie rund 25 % ihres Nettovermögens in Bitcoins investiert. Ihr Privatvermögen im Jahr 2023 wird auf 250 bis 300 Millionen Dollar geschätzt.

Jugend und Ausbildung

Cathie Wood wurde als ältestes Kind der irischen Einwanderer Gerald und Mary Duddy in Los Angeles geboren. Woods Vater diente zunächst in der irischen Armee und dann in der US Air Force als Radaringenieur. 1974 machte Wood ihren Abschluss an der Notre Dame Academy in Los Angeles, einer katholischen High School für Mädchen. Im Jahr 1981 schloss sie ihr Studium an der University of Southern California mit einem Bachelor of Science in Finanz- und Wirtschaftswissenschaften mit Auszeichnung ab. Einer ihrer Professoren war der Ökonom Arthur Laffer, Berater der Präsidenten Ronald Reagan und Donald Trump.

Cathie Wood als Investorin

Durch die Vermittlung ihres Mentors Arthur Laffer erhielt Wood 1977, noch vor ihrem Universitätsabschluss, eine Stelle als Assistant Economist bei der Capital Group, wo sie drei Jahre lang tätig war. Im Anschluss daran zog sie nach New York, um bei Jennison Associates als Chefökonomin, Analystin, Portfoliomanagerin und Geschäftsführerin zu arbeiten. Dort war sie 18 Jahre lang tätig.

1998 war Wood zusammen mit Lulu C. Wang Mitbegründer von Tupelo Capital Management, einem Hedgefonds mit Sitz in New York City. Im Jahr 2001 wechselte sie als Chief Investment Officer für globale Themenstrategien zu AllianceBernstein, wo sie 12 Jahre lang tätig war und 5 Milliarden Dollar verwaltete. Während der Finanzkrise 2007-2008 geriet sie in die Kritik, weil sie eine schlechtere Performance erzielte als der Gesamtmarkt.

Als Portfoliomanagerin konzentrierte sie sich auf thematische Investitionen – eine Strategie, die auf Investitionen in Trends basiert, die sich langfristig durchsetzen dürften, anstatt in bestimmte Unternehmen zu investieren. Nachdem AllianceBernstein ihre Idee von aktiv verwalteten, auf „disruptiven Innovationen“ basierenden börsengehandelten Fonds (ETFs) als zu riskant eingestuft hatte, verließ Wood 2014 das Unternehmen und gründete ARK Invest. Die ersten vier ETFs von ARK wurden von Bill Hwang von Archegos Capital finanziert.

„Disruptive Innovations“

Cathie Wood ist bis heute dafür bekannt, auf neue Technologien zu setzen. Sie investiert vor allem in Aktien von Unternehmen mit geringer und hoher Marktkapitalisierung, die im Bereich „disruptive Innovation“ tätig sind – von künstlicher Intelligenz und Genomsequenzierung bis hin zu Robotik, erneuerbaren Energien und Blockchain. Sie ist davon überzeugt, dass Investitionen in disruptive Technologien die Lebensbedingungen der Menschen verbessern werden.

Der Begriff „disruptive Innovation“ tauchte erstmals 1995 auf. Er wurde von Professoren der Harvard Business School geprägt, um „Situationen zu beschreiben, in denen Branche erschüttert wird und zuvor erfolgreiche etablierte Unternehmen ins Straucheln geraten“. Tesla hat beispielsweise die Automobilindustrie durch die Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen in großem Maßstab angegriffen und traditionellen Automobilherstellern wie General Motors oder Volkswagen, die sich weiterhin auf die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren konzentrierten, Marktanteile abgenommen.

Cathie Wood und ARK Invest

ARK ist ein Akronym für Active Research Knowledge und bezieht sich laut der Website des Unternehmens auf: „AKTIVES Management, ein offenes RESEARCH-Ökosystem und den Erwerb von Wissen (engl. KNOWLEDGE), um ein tieferes Verständnis der Bereiche zu erlangen, in die das Unternehmen investiert.

ARK agiert als aktive Fondsverwaltungsgesellschaft. Einige ihrer ETFs sind an der vollelektronischen NYSE Arca notiert. Im August 2023 verwaltete ARK acht Fonds mit einem Gesamtvermögen von 14,7 Milliarden US-Dollar. Das Flaggschiff ist der Ark Innovation ETF (ARKK) mit einem Volumen von 8 Mrd. USD. Anfang 2022 legte ARK einen auf Transparenz ausgerichteten Themenfonds auf, der jedoch nach sieben Monaten im Juli 2022 mangels Benchmark geschlossen wurde. Das verwaltete Vermögen soll 2021 einen Höchststand von über 60 Mrd. USD erreicht haben.

Im Gegensatz zu traditionellen Vermögensverwaltern orientieren sich unsere Analysten nicht an Branchen. Sie orientieren sich an Technologien.

In den Jahren nach der Corona-Krise ging die Wertentwicklung der Fonds jedoch stark zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dazu gehören die steigenden Zinsen, die Inflation und die geopolitischen Unsicherheiten. Diese Faktoren haben zu einem allgemeinen Rückgang der Aktienmärkte geführt, insbesondere der Tech-Aktien, in die der ARK Innovation ETF stark investiert ist.

Auch die Anlagestrategie hat sich als problematisch erwiesen. Wood investiert in Unternehmen, die disruptive Technologien entwickeln. Diese sind oft noch in der frühen Entwicklungsphase und mit hohen Risiken verbunden. Zuletzt hat Cathie Wood ihre Anlagestrategie jedoch angepasst. Sie hat sich von einigen hochriskanten Unternehmen getrennt und stattdessen in Werte mit geringerem Risiko investiert. Dieser Kurswechsel hat sich bisher positiv auf die Performance des ARK Innovation ETF ausgewirkt.

Wood hält an ihrer Ansicht fest, dass Aktien, die an disruptiven technologischen Innovationen beteiligt sind, über einen Anlagehorizont von fünf Jahren eine Outperformance erzielen werden. Gleichzeitig hat sie aber auch in traditionelle, nicht disruptive Aktien wie General Motors investiert, in der Erwartung, dass das Unternehmen seinen Fokus irgendwann auf neuere Technologien verlagern wird.

Die Anlagestrategie von Cathie Wood

Wood setzt in ihrer Anlagestrategie nicht nur auf Wachstum („Growth“), sondern verfolgt auch einen Value-Ansatz. Obwohl sich der Aktienmarkt im Jahr 2022 insgesamt in einer Baisse befand, baute sie ihre Positionen in bestehenden Beteiligungen wie Tesla trotz der schlechten Aktienperformance aus, da sie diese für unterbewertet hielt. Wood hat sich auch für Kryptowährungen entschieden, da sie davon überzeugt ist, dass die Blockchain zu dezentralisierten Finanzen und mehr Transparenz im Finanzsektor führen wird.

Hier sind einige Schlüsselaspekte ihrer Anlagestrategie:

  • Fokus auf Innovation und Disruption: Wood konzentriert sich stark auf innovative Technologien und disruptive Trends. Ihr Ansatz basiert darauf, Unternehmen zu identifizieren, die führend in neuen Technologien und Branchen sind, und langfristig von diesen Entwicklungen zu profitieren.
  • Langfristiger Anlagehorizont: Woods Anlagestrategie zeichnet sich durch einen langfristigen Horizont aus. Sie sucht nach Unternehmen, die ihrer Meinung nach das Potenzial haben, über Jahre hinweg stark zu wachsen. Dies steht im Einklang mit ihrer Überzeugung, dass langfristige Trends und Innovationen den Markt langfristig antreiben werden.
  • Bottom-Up-Ansatz: Woods Ansatz ist bottom-up orientiert, was bedeutet, dass sie sich stark auf die Fundamentaldaten und das Potenzial einzelner Unternehmen konzentriert. Dies steht im Gegensatz zu einem rein top-down orientierten Ansatz, bei dem die Investitionsentscheidungen auf makroökonomischen Überlegungen basieren.
  • Transparenz und Kommunikation: Wood ist bekannt für ihre transparente Kommunikation und teilt regelmäßig ihre Gedanken zu den Märkten, aktuellen Entwicklungen und ihren Anlageentscheidungen mit der Öffentlichkeit. Dies schafft eine gewisse Transparenz und Offenheit in Bezug auf ihre Anlagestrategie.

Jede Anlagestrategie birgt Risiken, und nicht alle Investoren teilen die gleiche Meinung über bestimmte Technologien oder Branchen. Cathie Woods Ansatz hat sowohl Bewunderer als auch Kritiker, und die Performance ihrer Fonds hängt stark von den Markttrends und den Erfolgen einzelner Unternehmen ab. Investoren, die sich für ihre Strategie interessieren, sollten ihre eigenen Recherchen durchführen und dabei ihre Anlageziele und Risikotoleranzen im Auge behalten

 

 

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